Union Deutscher Heilpraktiker Landesverband Bayern e. V.

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Deutscher Naturheilbund e.V. – Offener Brief an die Gesundheitsministerkonferenz der Länder

Der Deutsche Naturheilbund e.V. hat sich in einem offenen Brief an die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Frau Barbara Klepsch, sowie an die Ministerinnen und Minister der Länder gewendet. Im Mittelpunkt steht eine anerkennende Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in der deutschen Gesetzgebung. Die Argumentation ist klar nachvollziehbar, die UDH Bayern schliesst sich den berechtigten Anregungen, Wünschen und Forderungen besagten Schreibens an. Im Folgenden können Sie den Originalwortlaut des Schreibens lesen und als PDF-Dokument herunterladen.

An die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder
Frau Barbara Klepsch Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz
Albertstraße 10
01097 Dresden

Offener Brief

An die 92. Gesundheitsministerkonferenz der Länder 5. und 6. Juni 2019 in Leipzig

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch,
sehr geehrte Ministerinnen und Minister der Länder,

seit vielen Jahren wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach naturheilkundlichen Therapien und Medikamenten. Der Deutsche Naturheilbund (DNB) vertritt 11.000 Menschen und 48 Naturheilvereine. Er steht hier in einer 130-jährigen Tradition und will dieses Kulturerbe für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Zur Unterstützung der Traditionellen Medizin in ihren Mitgliedsstaaten hat die WHO bekanntlich die „Strategie für Traditionelle Medizin 2014-2023“ formuliert, auf die wir uns hiermit berufen.

Wir wünschen uns daher sowohl eine anerkennende Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in der deutschen Gesetzgebung, als auch die Bereitstellung von Forschungsmitteln für diesen Bereich. Hierfür ist es unseres Erachtens zwingend, den hoch-individuellen Ansatz und die speziellen Prinzipien der Traditionellen Europäischen Medizin anzuerkennen.
Die alleinige Beurteilung der Verfahren durch das IQWIG und den G-BA kann dem nicht gerecht werden. Die offen propagierte Unabhängigkeit dieser Institute müssen wir in Frage stellen, da weder Vertreter von naturheilkundlichen Organisationen wie dem DNB, noch Vertreter naturheilkundlicher Berufe einschließlich der ganz wenigen naturheilkundlichen Stiftungsprofessuren an deutschen Universitäten oder politische Vertreter in diesen Gremien vertreten sind.

  • Genauso wichtig ist uns eine Patientenvertretung im G-BA mit einem Mitbestimmungs-und Stimmrecht.
  • Weiterhin bitten wir Sie, die infolge einer langjährigen Förderung der Traditionellen Medizin in vielen Industriestaaten gute Studienlage, die auch in den neueren deutschen medizinischen Leitlinien bis hin zu den nationalen Versorgungsleitlinien berücksichtigt wird endlich zur Kenntnis zu nehmen und dabei auch den multimodalen Ansatz zu berücksichtigen. Letzteres ist mit dem gegenwärtigen Standard einer Evidenz-basierten Medizin, die bekanntlich auf der Grundlage einer Therapie mit chemisch definierten Pharmaka entwickelt wurde, nur schwer möglich. Hierzu müssen weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden.
  • Des Weiteren verweisen wir auf die siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation von 2015. Hier bezeichnet insbesondere das Ziel No3 das Thema Gesundheit und Wohlbefinden. Der DNB und seine Naturheilvereine stehen von Beginn an für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen, Information und Schulung der Bevölkerung und einer Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Die freie Therapie- und Therapeutenwahl soll auch zukünftig bestehen bleiben. Es ist unwissenschaftlich, empirisch basierte Therapieformen als unsicher und unwirksam zu bezeichnen, nur weil bisher keine Mittel zu ihrer Erforschung zur Verfügung stehen.
  • Die bestehende Gesetzeslage für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen muss nicht nur erhalten, sondern nach einem fachkompetenten Reflexionsprozess verbessert werden.
  • Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sollen neben dem Infektionsschutz auch die sechs Säulen der Naturheilkunde (Wasser, Arzneipflanzen, Ernährung, Bewegung, Balance des Lebens und der Umwelt) berücksichtigt werden. Wir verweisen hierzu auf die gerade erschienene Leitlinie der WHO „Risk Reduction of Cognitive Decline and Dementia“, die multimodale Maßnahmen z.B. gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und soziale Isolation, sowie Raucherentwöhnung und Alkoholkonsumreduktion (“Balance des Lebens“) empfiehlt. All diese Maßnahmen werden von Seiten der Naturheilkunde traditionsgemäß propagiert.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch, der DNB steht Ihnen als traditionell kompetenter Ansprechpartner in Sachen Naturheilkunde/ Traditioneller Europäischer Medizin gerne zur Verfügung! Wir wünschen uns von Ihnen und den versammelten Gesundheitsministern der Länder ein klares: „JA zur Naturheilkunde“!

Mit freundlichen Grüßen
Nora Laubstein
Präsidentin

 

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